Vom Sommerhoch zur inneren Mitte – wie du dich jetzt mit der richtigen Ernährung auf den Herbst vorbereitest

Die Dojozeit zwischen Sommer und Herbst ist kein Abschied – sie ist eine Einladung.

Der Sommer war schön. Lange Abende, Feste, Begegnungen, Energie die nach außen strömte. Der Körper war in Bewegung, das Leben lebhaft und leicht.

Aber irgendwann, oft schleichend, merkst du, etwas verändert sich. Die Abende werden kürzer. Das Beflügelnde des Sommers weicht einem leisen Bedürfnis nach Stille, nach Sammlung, nach Erdung. Du hast vielleicht das Gefühl, dass du einfach wieder ankommen möchtest.

Das ist kein Verlust. Das ist dein Körper der dir sagt was er braucht. Und die TCM hat dafür einen wunderschönen Begriff: die Dojozeit.

Was steckt hinter der Dojozeit?

Vielleicht kennst du das Bild der vier Jahreszeiten als Kreislauf. Die TCM denkt in fünf Wandlungsphasen und die fünft ist das Erdelement, das in den Übergängen zwischen den Jahreszeiten lebt. Diese Übergangszeiten heißen Dojozeiten.

Die Dojozeit zwischen Sommer und Herbst beginnt am 28. Juli und endet am 15. August. Sie ist der Moment wo das alte Yang (der Sommer) langsam in das junge Yin (den Herbst) übergeht. Von Expansion zu Sammlung, von draußen nach drinnen, von Feuer zu Erde.

Das Erdelement steht im Zentrum von allem. Es ist die Mitte, die Wurzel, der Halt. Die ihm zugeordneten Organe – Milz und Magen – sind in der TCM das Herzstück der Verdauung. Sie erschließen das energetische Potential der Nahrung, wandeln es um und verteilen es im Körper. Deshalb werden sie auch die „Wurzel der nachgeburtlichen Energie“ genannt.

Warum gerade jetzt der richtige Moment ist

Ganz ehrlich: Der Sommer hinterlässt Spuren. Viele von uns essen in der warmen Jahreszeit kühler, trinken mehr Kaltes, genießen Eis und frisch Früchte. Das ist völlig verständlich und in Maßen auch gut so. Aber über die Zeit schwächt das das Yang von Milz und Magen.

Und jetzt, in diesen Wochen der Dojozeit, ist der ideale Moment um genau das wieder auszugleichen. Wenn du jetzt wärmer, regelmäßiger und saisonaler isst, gibst du deinem Körper genau das was er braucht um gut durch den Herbst und Winter zu kommen. Wenn du es nicht tust, zeigt sich das vielleicht in einem geschwächten Immunsystem sobald die Tage kühler werden.

Ein Beispiel das ich besonders eindrücklich finde: Kinder die kurz nach Schulbeginn oder bereits in den ersten Schulwochen krank werden. Die Milz – durch zu viel Kaltes im Sommer geschwächt – kann nicht mehr ausreichend Energie und Abwehr-Qi für die Lunge bereitstellen. Und das trifft Schulkinder doppelt. Denn eine geschwächte Milz bedeutet nicht nur ein schwächeres Immunsystem. Sie bedeutet auch weniger Energie für die täglichen Herausforderungen des Schulalltags: Konzentration, neue Eindrücke, soziale Situationen, Leistungsdruck. Ein Körper der nicht gut genährt ist kommt mit all dem schlechter zurecht, und wird schneller krank.

Was eine starke Mitte mit dir macht

Wenn das Erdelement in guter Verfassung ist, spürst du das. Du fühlst dich geerdet. Du bist in deiner Mitte – in deiner Balance. Du hast ein klares Bauchgefühl, begegnest Herausforderungen mit Gelassenheit und kannst für andere da sein ohne dich selbst zu verlieren. 

Wenn die Mitte geschwächt ist, durch falsche Ernährung, Unregelmäßigkeit oder zu viel Stress, dreht sich das Karussell der Gedanken. Grübeln, Sorgen, das Gefühl nicht ganz bei sich zu sein – all das sind Signale deines Körpers, die es ernst zu nehmen gilt.

Die gute Nachricht: Die Milz liebt Regelmäßigkeit. Regelmäßiges Essen, regelmäßige Bewegung, kleine Rituale im Alltag – ein geregeltes Frühstück, ein regelmäßiger Spaziergang, ein ruhiges Abendessen, regelmäßige Schlafenszeiten. Das klingt zu einfach um wahr zu sein? Ja es ist einfach und es macht einen großen Unterschied für deine Lebensqualität.

Besonders wichtig: Die Hochzeit von Milz und Magen – also wo sie am aktivsten arbeiten – liegt zwischen 7 und 11 Uhr morgens. In dieser Zeit steht am meisten Energie für die Verdauung bereit. Das Frühstück ist in der TCM deshalb keine Nebensache – es ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. Ein warmes, nährendes Frühstück in dieser Zeit ist einer der wirkungsvollsten Schritte die du jetzt setzen kannst.

Was du jetzt essen solltest

Die Lebensmittel der Dojozeit kommen aus dem Erdelement – ergänzt durch erste Lebensmiitle aus dem Metallelement das dem Herbst zugeordnet ist. Das Grundprinzip: warm neutral, nährend, saisonal. Und das sit wichtig: süß im natürlichen Sinne, nicht den Industriezucker. Sondern die natürliche Süße von Kürbis, Karotte und Süßkartoffel. Das ist genau das was die Milz jetzt braucht.

Besonders empfehlenswert jetzt:

  • Gemüse: Hokkaido, Kürbis, Süßkartoffeln, Karotte, Fenchel, Sellerie  Mais, Rotkraut, Paprika, Mangold, Pilze
  • Getreide: Reis, Hirse, Polenta, Gerste
  • Tierische Produkte: Rind, Ei
  • Nüsse und Samen: Maroni, Kürbiskerne, Sesam, Pistazien
  • Früchte: Marille, Pfirsich, Birne, Weintrauben, süßer Apfel
  • Gewürze: Zimt, Safran, Vanille, Fenchel, Küchenkräuter

Eine Idee für den Einstieg

Wenn du nicht weißt wo du anfangen sollst: fang mit dem Frühstück an.

Ein Hirse-Porridge mit Zimt und Birne. Warm, süß, nährend. Hirse stärkt die Milz, Zimt wärmt die Mitte und Birne ist das erste saisonale Herbstobst und besonders gut um dein Lungen-Yin für den Herbst zu stärken. 

Oder ein Kürbis-Karotten-Eintopf mit etwas Sind und Gerste für das Mittagessen. Deftig, wärmend, erdend. Genau das was der Körper nach dem Sommer braucht.

Du musst den Sommer nicht bereuen

Du musst auch nicht sofort alles umstellen. Es geht nicht darum alles perfekt zu machen –  es geht darum jetzt bewusster zu werden. Wärmer essen, regelmäßiger essen. Dem Körper signalisieren: Der Sommer ist schön gewesen und jetzt kommen wir wieder nach Hause.

Eine kleine Veränderung zur richtigen Zeit macht mehr Unterschied als viele große Veränderungen zur falschen Zeit.

Wenn du deine Ernährung genauer auf deine Konstitution anpassen möchtest – komm zu meiner 1:1 Beratung – ich begleite dich gerne.

Alle Infos:

 

Alles Liebe, Margarete

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